18. Oktober EU Tag gegen Menschenhandel – Frauenhandel: Prävention und Opferschutz ausbauen

Autor: LEFÖ. Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen (PDF)

LEFÖ„Frauenhandel ist eine Verletzung von Menschen- und Frauenrechten. Das heißt: Im Zentrum aller Maßnahmen zur Bekämpfung des Frauenhandels müssen die Rechte der Betroffenen stehen“, sagt die Leiterin der Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandel (LEFÖ-IBF), Evelyn Probst. Sie ortet weiteren Handlungsbedarf beim Ausbau der Rechte der Betroffenen sowie bei Prävention und Opferschutz.

Forderungen, Sexarbeit zu verbieten, wie sie in letzter Zeit wieder laut geworden sind, sieht LEFÖ kritisch. „Ein Verbot von Sexarbeit ist keine geeignete Maßnahme zur Bekämpfung des Frauenhandels. Das stärkt die Position der Frauen nicht, im Gegenteil, das stigmatisiert und kriminalisiert sie. Außerdem ist Sexarbeit nur ein Arbeitsbereich, in den Frauen gehandelt werden; die Forderung, Sexarbeit zu verbieten, ignoriert die Situation von Frauen, die in der Hausarbeit oder der Landwirtschaft ausgebeutet werden, völlig. Egal, in welchem Arbeitsfeld Frauen ausgebeutet werden – ihnen ist nur geholfen, wenn ihre Rechte gestärkt werden.“

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Stellungnahme zur Studie „Does Legalization of Prostitution Increase Human Trafficking“ (Gastbeitrag)

Diese Stellungnahme wurde verfasst durch LEFÖ-IBF: Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel des Vereins LEFÖ. Eine Kurzbeschreibung von LEFÖ finden Sie am Ende des Beitrages. 

Stellungnahme zur Studie  Does Legalization of Prostitution Increase Human Trafficking (Discussion Paper No. 96) durchgeführt am Courant Research Centre -`Poverty, Equity and Growth in Developing and Transition Countries: Statistical Methods and Empirical Analysis`  der Georg-August-Universität Göttingen (Stellungnahme als PDF)

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In dieser Studie formulieren Cho, Dreher und Neumeyer (vgl. 2011) die zentrale These, dass die Legalisierung von Prostitution eine Zunahme von Menschenhandel bedeutet. Anhand des vorliegenden Papers, das die Studie zusammenfasst, ist diese zentrale Erkenntnis der Autoren aufgrund der vorliegenden Datenlage kritisch zu betrachten. Menschenhandel ist ein noch wenig empirisch erforschtes Thema. Die große Herausforderung, wie es auch Cho, Dreher und Neumeyer (vgl. 2011) beschreiben, liegt in der lückenhaften Datenlage, die eine wissenschaftliche Analyse in ihrer Aussagekraft einschränkt. Insofern ist das Paper dieser Studie als ein enormer wissenschaftlicher Beitrag in diesem Bereich zu sehen. Zudem fand die quantitative Auswertung und Interpretation der Daten auf hohem wissenschaftlichem Niveau statt.

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