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„All you can fuck“? – Kampagne „Verantwortliche Freier“

Sie suchen ein ganz bestimmtes Flatrate-Bordell?

Sie suchen ganz gezielt einen Puff, wo Sie mit den Frauen machen können, was Sie wollen?

Sie suchen eine*n Prostituierte*n, der*die Ihre Wünsche nicht ablehnt und ablehnen darf?

Dann sind Sie womöglich auf der Suche nach Frauen oder Männern oder Trans, die zur Prostitution gezwungen werden und Sie gehören zu den Menschen, die sie vergewaltigen!

Sie haben noch nie darüber nachgedacht, dass Sie vielleicht dafür bezahlen eine Person zu vergewaltigen…dass Sie vielleicht gerade ein Opfer von Menschenhandel vergewaltigen und somit an der Zerstörung eines Lebens und einer Person beteiligt sind?

Dann tun Sie das! DENKEN SIE DARÜBER NACH!*

Klicken Sie auf das Bild, um herauszufinden, ob Sie gerade mit einer Frau oder einem Mann Sex haben wollen, die zur Prostitution gezwungen wird!

Ratgeber „Verantwortlicher Freier“ von Ban Ring e.V.
„Wie identifizieren Sie ein Opfer von Zwangsprostitution“

 

* Statistisch gesehen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auf eine Person treffen, die ein Opfer von Menschenhandel ist, gering. Dennoch sollten Sie jede und jeden Sexarbeiter_in mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen. Wie bei anderen Sexualpartner_innen auch sollten Sie auch nichts tun, ohne dass beider Parteien damit einverstanden ist.

Auch bei Sexarbeiter_innen heißt „nein“ nein und nur ein „ja“ heißt auch ja!

Weitere Hinweise und 10 Regeln für Freier sind auf Freiersein zu finden

7 Kommentare leave one →
  1. Hansen permalink
    28/06/2014 23:06

    Was die Flatrate-Bordelle betrifft:

    In öffentlich bekannten und im Internet beworbenen Flatrate-Bordellen arbeiten sogar deutsche Frauen oft über Monate (oder noch länger). Fotos der Damen kann man auf den Webseiten sehen.

    Das spricht sehr gegen Ausbeutung und Menschenhandel. Welcher Betreiber solcher Bordelle könnte sich – im Licht der Öffentlichkeit – über Jahre halten wenn in seinem Laden kriminelle Machenschaften ablaufen?

    Finanziell kann das Flatrate-Bordell auch für eine Prostituierte günstiger sein als in einem Barbetrieb zu arbeiten. Denn in einem Barbetrieb kann es sein das sie sich nächtelang den Arsch platt sitzt und vergeblich auf Kundschaft wartet, während sie weiterhin ihre Lebenshaltungskosten aufbringen muß. In Barbetrieben wird nicht selten Anwesenheit bis 5:00 morgens erwartet – und solange können tatsächlich auch noch Kunden kommen.

    In einem Flatrate-Bordell bekommt sie einen pauschalen Betrag (z.B. 100 €) pro Tag Anwesenheit plus einem Bonus für jedes Mal das sie mit einem Freier aufs Zimmer geht – egal was sie dort macht. Den Freiern die ein Pauschal-Ticket gezogen haben (es gibt dort auch andere Bezahlmodelle) kann es egal sein ob sie ein paarmal mehr aufs Zimmer gehen ohne Sex zu haben oder nicht – sie zahlen dafür nicht extra. Ein Kumpel-Typ der sie auf dem Zimmer massiert oder eine halbe Stunde dort an seiner Seite pennen lässt findet sich sicher nicht selten.
    Dazu bekommt sie typischerweise noch kostenlose Unterkunft und Verpflegung. Insgesamt verbringt sie dort zwar eine längere Zeit, dafür aber üblicherweise nicht so weit in die Nacht hinein (typischerweise bis 24:00).

    Insgesamt kann so ein Flatrate-Bordell eine interessante Alternative sein für Prostituierte.

  2. Sonia D. permalink
    10/08/2013 15:00

    Antwort auf die Frage: „Woher nehmen Sie die Annahme, dass die Wahrscheinlichkeit, auf eine Frau zu treffen, die zur Prostitution gezwungen wird, gering ist?“

    1) Weil die Zahlen, die Sie nennen Schätzungen sind, die aber nicht empirisch bestätigt sind. In Deutschland werden jährlich zwischen 600 und 800 Frauen als Opfer von Menschenhandel erkannt – von geschätzten (leider gibt es keine offizielle Zahl) 400.000 Sexarbeiter_innen, die in Deutschland tätig sind. Wenn das stimmt, sind 0,2% der Frauen in der Sexarbeit dazu gezwungen worden. Die Rechnung kann man aber sicher auch anders machen.

    1b) HInzukommt, dass Minderjährige, die Opfer von Menschenhandel sind, auch nicht immer in der Prostitution arbeiten sondern Pädosexuellen zum Opfer fallen. Diese Form der sexuellen Ausbeutung geschieht außerhalb der Prostitution und ist auch keine Prostitution sondern sexueller Missbrauch von Minderjährigen.

    2) Neben dem Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung gibt es auch Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung. Dort ist aufgrund des fehlenden gesellschaftlichen Interesses die Dunkelziffer der nicht erkannten Opfer viel höher – schließlich kontrolliert niemand Restaurants oder gar private Haushalte nach den Arbeitsbedingungen der Köchinnen oder Hausangestellten. Die ILO geht davon aus, dass 70% des Menschenhandels im Bereich Arbeitsausbeutung stattfindet.

    3) Sie müssen auch nach Ländern differenzieren – es gibt Länder, in denen Menschenhandel aufgrund verschiedener Faktoren eher geschieht. So weist Italien jährlich über 2000 Opfer von Menschenhandel nach. Nicht in jedem land ist die Wahrscheinlichkeit genauso hoch. Man muss eben genauer hinschauen und nicht Schätzungen (die sowieso für alle Organisationen anders sind) für bare Münze nehmen.

    4) Wir erheben keinen Anspruch darauf, das letzte Wort gesprochen zu haben – im Gegensatz zu all jenen Menschen, die Prostitution loswerden wollen.

    • 27/10/2013 13:16

      Ich bezweifle, dass die Dunkelziffer bei Arbeitsausbeutung absolut gesehen höher ist. Denn gerade bei Arbeitsausbeutung ist viel mehr Öffentlichkeit gegeben als im „Rotlichtmilieu“.

  3. Martin Becker permalink
    31/07/2013 21:34

    Statistisch gesehen ist die Gefahr gering, auf eine Frau zu treffen, die zur Prostitution gezwungen wird?
    Folgendes sagt die OSZE:
    „Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) schätzt, dass Menschenhändler jedes Jahr zwischen 120 000 und 500 000 Frauen von Mittel- und Osteuropa nach Westeuropa bringen.“
    Woher nehmen Sie die Annahme, dass die Wahrscheinlichkeit, auf eine Frau zu treffen, die zur Prostitution gezwungen wird, gering ist? Offen gesagt, ich frage mich wirklich, wer hinter dieser „kritischen Seite“ steckt. Dass eine ordentliche Universität Geld für Projekte ausgibt, die auf zynische Art moderne Sklaverei verharmlost, finde ich mehr als bedenklich.

  4. Mårten Andersson permalink
    01/06/2013 04:07

    Ich finde diese Kampagne sinnvoll und begrüße sie. Es wäre gut, wenn mehr Prostitutionskunden auf die genannten Kriterien achten.

    Ich verstehe aber nicht, was „All you can fuck“ und „Sie suchen ein Flatrate-Bordell?“ damit zu hat. Pauschale Bezahlung hat nichts mit Zwang, Gewalt oder Menschenhandel zu tun. Die Frauen haben dadurch teilweise sogar einige Vorteile.

    – Ein Gast darf in einem Club mit pauschaler Bezahlung nicht uneingeschränkt alles mit den Frauen machen. Es gibt dort oft Regeln und die Frauen können ebenfalls Grenzen setzen oder bestimmte Wünsche ablehnen. Dies ist einem Gast sogar einfacher zu vermitteln als wenn er einzeln bezahlt.
    – Es werden weniger spezielle Praktiken erwartet. Denn diese können ja nicht extra bezahlt werden.
    – Es wird dort seltener als in anderen Clubs auf Kondome verzichtet, insbesondere auch beim Oralverkehr.
    – Die Frauen haben dort weniger finanziellen Druck. Sie müssen keine Tagesmiete bezahlen und die Gäste sind leichter zu überreden, als wenn sie einzeln bezahlen müssten.
    – Frauen können sich besser aussuchen, zu welchen Gästen sie gehen. In Clubs mit Einzelbezahlung dagegen müssen viele Frauen oft lange auf Gäste warten und dann eigentlich jeden Gast akzeptieren, um überhaupt Geld zu verdienen.
    – Die Gäste können dort nicht mit jeder Frau und so oft sie wollen. Männer können meistens ohnehin nicht besonders oft hintereinander und machen deshalb in solchen Clubs meistens nicht viel mehr Sex als bei Einzelbezahlung. Falls doch können die Frauen diesen Gast auch vorübergehend meiden.

    Es gibt in solchen Clubs auch deutsche Frauen, die lieber mit pauschaler Bezahlung arbeiten als in Clubs mit Einzelbezahlung. Für Frauen wie Gäste ist es angenehm, dass nicht ständig ans Geld gedacht und auf die Uhr geschaut werden muss.

    Natürlich kann es auch bei pauschaler Bezahlung Zwang, Gewalt oder Menschenhandel geben, aber das ist unabhängig von der pauschalen Bezahlung.

    • 27/10/2013 13:21

      Mir scheint „freiwillige“ Prostitution gerade unteren Preissegment eher die Ausnahme als die Regel zu sein. Es gibt ein Graufeld, in welchem diese Frauen theoretisch ihren „Beruf“ aufgeben und ihren Zuhälter verlassen können, rein praktisch sind diese Frauen aber mindestens verbal wenn nicht sogar durch körperliche Züchtigung oder Drogen dazu seelisch nicht in der Lage.
      Kein Freier kann das mit Sicherheit ausschließen. Wenn die Prostituierte aussieht „wie 18“ dann ist sie sehr wahrscheinlich jünger. Wenn sie kaum deutsch kann ist sie wahrscheinlich illegal eingewandert (was die Anfälligkeit erhöht). Wenn sie verwahrlost aussieht dann wird sie wohl geschlagen oder nimmt Drogen…

      Vergewaltigung bleibt Vergewaltigung, egal wieviel Geld man dem Zuhälter in die Hand drückt!

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