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DIE HURE SPRICHT – eine Reflexion über Sexarbeit, Solidarität und politische Wirksamkeit anlässlich der Konferenz „Fantasies that matter- Images of Sexwork in Media and Art“

26/08/2014

Autorin: Kristina Marlen arbeitet als tantrische Domina in Berlin. Sie studierte Jura und Physiotherapie bevor sie sich entschloss, ihren Schwerpunkt auf Sexarbeit zu legen. Sie ist ausserdem Tänzerin, Sängerin und Performerin. Webseite: marlen.me Eine englischsprachige version dieses Textes ist erschienen auf Research Project Germany

Ich bin Sexarbeiterin aus Berlin und seit etwa zwei Jahren in der Sexarbeitsbewegung aktiv. Der Kampf gegen die Verschärfung unseres deutschen, bisher glücklicherweise relativ liberalen Prostitutionsgesetzes liegt mir am Herzen.

Am Wochenende vom 8. bis 10. August besuchte ich die Konferenz „Fantasies That Matter, Images of Sex Work in Media and Art“ im Rahmen des Internationalen Sommerfestivals auf Kampnagel in Hamburg.

Was mich als Sexarbeits-Aktivistin mit am meisten beschäftigt und bedrückt, ist die Präsenz und die Schieflage medial reproduzierter Mythen, die sich um Prostitution drehen. Seitdem ich mich politisch engagiere, ist mir klargeworden, dass das, was meinen politischen Zielen am meisten entgegensteht, die planmäßige Verbreitung eines Horrorszenarios um sexuelle Dienstleistungen ist. Sowohl die Öffentlichkeit als auch die Akteur*innen in der Politik, mit denen wir verhandeln, auch wenn sie fortschrittlich sind, scheinen rationalen Argumenten gegenüber völlig resistent zu sein, weil ein emotional aufgeladener Mythos, an die Stelle sachlicher Analysen gerückt ist – und dieser fußt auf Propagandalügen.

Ich habe mich deshalb sehr gefreut, als ich von der Veranstaltung „Fantasies that Matter“ erfuhr. Im letzten Jahr habe ich zahllose politische Treffen von Sexarbeiter*innen besucht und selbst mitorganisiert, ich bin Mitglied des neugegründeten Berufsverbandes für Sexarbeiter*innen, ich habe in Berlin längere Zeit selbst ein Netzwerk für Sexarbeiter*innen betrieben, und ich gehe auch regelmäßig zum Berliner Sexworker-Stammtisch. Räume, die ausschließlich für Sexarbeiter*_innen zugelassen sind, halte ich für unerlässlich und unersetzlich.

Images of Sex Work in Media and Art

IMG_20140826_091510Die Konferenz “Fantasies that Matter“ war eine Fortführung der Initiative des Missy Magazins, das im letzten Jahr zu einer differenzierteren journalistischen Betrachtung des Themas beigetragen hat. Es gelang den Organisator*innen, eine kulturwissenschaftliche, politische, künstlerische Veranstaltung zu organisieren und sie in das Sommerfestival auf Kampnagel einzubetten, einem renommierten Veranstaltungsort für Kultur-, Tanz- und Theaterevents. Ein Wochenende lang ging es um die „Repräsentation von Sexarbeit in Kunst und Medien“.

Das erste Mal ging es in so einem öffentlichen, kulturwissenschaftlichen Rahmen derart konzentriert um die vorherrschenden Diskurse über Sexarbeit. Die Veranstalter*innen hatten die Einladungen weit gestreut und verlangten keinen Eintritt, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Das Publikum war dann auch breit gemischt und nahm die Möglichkeit wahr, sich selbst zu den eigenen Fantasien und Projektionen zur Sexarbeit zu befragen.

Besonders dankbar war ich für die Möglichkeit, Pionierinnen der Sexarbeitsbewegung live zu erleben und kennenzulernen. Die Begegnungen mit Annie Sprinkle und Carol Leigh werden mich noch lange begleiten.

Es waren zusätzlich noch weitere Sexarbeiter*innen auf der Bühne vertreten, sowohl mit Wortbeiträgen als auch mit künstlerischen Darbietungen.

Einige der Beiträge waren etwas umständlich vorgetragen oder vielleicht doch sehr fern von meiner Realität als Sexarbeiterin.

Aber es sollte ja auch um die Repräsentation gehen, die sich um meinen Beruf spinnen, und die häufig wenig bis gar nichts mit der Realität zu tun haben. Dass die Veranstaltung fast ausschließlich in englischer Sprache gehalten wurde, war nicht ideal, da einige Beiträge und Debatten doch sehr komplex waren und selbst denjenigen mit guten Englischkenntnissen dadurch einiges entging.

Dennoch: die Konferenz war überaus informativ und erlaubte mir neue Blickwinkel auf die verhängnisvolle argumentative Verknüpfung von Menschenhandel und Prostitution, die maßgeblich für die aktuellen Debatten ist.

Die Legende von der unfreiwillig verschleppten, meist weiblichen Hure disqualifiziert sie als Subjekt, deren Entscheidungen respektiert werden müssen. Die sogenannte „Rettungsindustrie“ dient unter anderem auch dazu, Menschen in ihre Heimatländer abzuschieben – „ganz zu ihrem Besten“.

Die Hure hingegen, die selbst spricht und nicht in den Opferdiskurs einstimmt , ist ein Tabu. Sie wird ignoriert, denn – so wird ihr unterstellt – sie ist traumatisiert, missbraucht, eines Urteils nicht fähig, sie lügt, oder ist von der imaginären Zuhälterlobby gekauft oder erpresst. Sie verliert ihren Status als Mensch. Wenn sie nicht gerettet werden will, verliert sie ihr Anrecht auf Unterstützung. 
 

Sie ist für Prostitutionsgegner*innen gefährlich, denn sie könnte darauf hinweisen, dass bei weitem nicht alle Sexarbeiter*innen weiblichen Geschlechts sind und dass sie andere Maßnahmen für wichtig hält, um real existierende Probleme zu lösen, wie z. B. Armut, rechtliche Diskriminierung, Stigmatisierung, unsicheren Aufenthaltsstatus und vieles mehr. 
Diese sprechende Hure, die darauf hinweist, dass Verbote ihr nur die Existenzgrundlage entziehen, ohne eine bessere Alternative zu bieten, darf nicht sein. Ihre Forderungen und ihre Existenz bedrohen die Grundfesten bürgerlicher Moral und Ordnung.

„Fantasies That Matter“ lieferte viele Informationen und gute Argumente, die mir wieder vor Augen führten, mit welcher Propagandamaschinerie wir es zu tun haben, und dass der politische Diskurs über Sexarbeit eingebettet ist in die politische Ordnung von Geschlecht, „race, Ethnizität und Migrationspolitik. Ich bin froh und sehr dankbar für die Arbeit der Menschen, deren Beruf es ist, diese Mythen zu entschlüsseln.

Die Arbeit von Annie Sprinkle beispielsweise ist für die Motivation und Vision, die ich mit meiner Sexarbeit verbinde, absolut unersetzlich. Die kreative Energie, mit der sie eine feministische, sexpositive Agenda lebt, darstellt und verbreitet, wie sie radikales politisches Handeln mit Kunst, Humor und Herz verbindet, das ist für mich immer wieder inspirierend und gibt mir sehr viel positive Kraft.

Ich habe von ihr noch einmal sehr plastisch vor Augen geführt bekommen, dass Solidarität und eine breite politische Basis für den Kampf für die Rechte der Sexarbeiter*innen unerlässlich sind. Annie berichtete u.a. davon, wie Webmaster, Dekorateure, Leute, die Termine für Sexarbeiter*innen buchen und all diejenigen, die irgendwie mit einer „Förderung der Prostitution“ in Verbindung gebracht werden können, in den USA Haftstrafen riskieren. Sie erzählte von Fällen, in denen die Kaution so hoch gesetzt wurde, dass diese Leute lange Zeit in Haft blieben, bis die Kaution aufgetrieben werden konnte.

Annies Aufruf zu allgemeiner Solidarität und zur Entmystifizierung des Begriffs „Sexworker“ fand im Publikum allgemeine Zustimmung.

Bei der Abschlussdiskussion am letzten Tag ergriffen dann einige meiner Kolleginnen selbst das Wort. Mit ihrem kreativen, performativen Akt forderten sie auf dieser sehr theoretischen Veranstaltung die Selbstaneignung des Diskurses – superb!

Nur wenn so viele von uns wie möglich sich selbst artikulieren und sichtbar machen, werden wir in unserer Unterschiedlicheit wahrgenommen .

Nachgeschmack

Im Nachgang der Konferenz gab es sowohl auf verschiedenen Blogs als auch auf Twitter eine massive Welle der Kritik, die die Ausmaße eines Shitstorms annahm. Obwohl ich einige der Kritikpunkte, die genannt wurden, für wichtig halte und es generell für nützlich erachte, dass sie diskutiert werden, halte ich die Atmosphäre dieser Debatten für absolut unangemessen, haltlos und zerstörerisch.

Deshalb möchte ich auf einige der Kritikpunkte eingehen, die sowohl bei der Abschlussdiskussion als auch danach in den sozialen Netzwerken zur Sprache gekommen sind.

Wer darf sich „Hure“ nennen? Sexworker – eine Identität?

Während der abschließenden Podiumsdiskussion entbrannte eine Debatte um die Frage, ob es angemessen sei, wenn sich auch solche Menschen „Hure“ nennen, die keine Sexarbeiter*innen sind.

Ausgelöst wurde die Debatte durch Annie Sprinkles Aufruf, dass sich möglichst viele Menschen aus Solidarität mit inhaftierten und von Repression bedrohten Sexarbeiter*innen öffentlich als „Huren“ bezeichnen sollten.

Die Kritikerinnen, die leider auch unter die Gürtellinie zielen, meinen hier Trennschärfe bewahren zu müssen und gehen so weit, Annie Sprinkle ihre Identität als „echte“ Sexarbeiterin abzusprechen. Annie Sprinkle war mehr als 20 Jahre in der Sexindustrie tätig und deswegen auch inhaftiert. Sie arbeitet jetzt als Künstlerin mit expliziten Inhalten und ist deshalb immer wieder nicht nur von Haftstrafen bedroht, sondern auch von Hassattacken und sogar Morddrohungen betroffen, weil ihre Arbeit ein tiefes, moralisches Tabu berührt.

Natürlich verstehe ich das Argument, dass es ein Unterschied ist, ob man aufgrund seiner Tätigkeit in der Sexbranche Diskriminierung und Gewalt erfährt oder verfolgt wird, oder ob man „nur“ Solidarität empfindet und solidarisch handelt. Ich bin auch nicht daran interessiert, dass „Sexworker“ zu einer Art Mode- oder Lifestyle-Begriff wird, wie es beim Begriff „queer“ mittlerweile der Fall ist.

Dennoch glaube ich, dass die Konzentration der politischen Debatte darauf, den Begriff Sexarbeiter*in exklusiv zu halten, die politischen Ziele der Sexworker-Bewegungen aus der Sicht geraten lässt, und sie nicht unterstützt, sondern schwächt.

Ich erkläre hier noch einmal anhand eines Beispiels, wie ich den Aufruf von Annie verstehe und warum er für mich Sinn ergibt.

Initiiert wurde der Kongress durch das Missy Magazine, dem einzigen deutschen feministischen Printmedium, das kontinuierlich für die Rechte von Sexarbeiter*innen eintritt. Das Magazin hat deshalb Abonnent*innen verloren – genau wie jede Person, die sich in Deutschland für Sexarbeit ausspricht, im Handumdrehen die Legitimation verliert, sich Feministin nennen zu dürfen, weil der „Vulgärfeminismus“ , der in Deutschland Monopolcharakter hat, absolut prostitutionsfeindlich eingestellt ist. Vielleicht würde diese hurensolidarische Arbeit in den USA sogar als Begünstigung der Prostitution angesehen werden und strafverfolgt. Für Annie Sprinkle gehört diese Arbeit jedoch zum solidarisch erweiterten „Sexwork“-Begriff. Danach wären die Missy Frauen „Medienhuren“.

Problematisch daran, den Begriff Sexarbeiter*in sehr eng zu fassen, sehe ich auch darin, dass er so fragil ist, aus verschiedenen Gründen.

Sexarbeit ist für sich genommen keine Identität, sondern eine Tätigkeit, der in den meisten Fällen auch nur temporär nachgegangen wird. Das heißt, streng genommen, dass Menschen den Status „Sexarbeiter*in“ permanent erwerben und wieder verlieren.

Viele, die in der Sexarbeit tätig sind, würden sich selbst nicht einmal so nennen. Sie würden vielleicht auch nicht auf dieser oder einer der selbstorganisierten Sexarbeiter*innenkonferenz erscheinen. Die Scheu, sich mit dem Label Sexarbeiter*in zu versehen, hat zutiefst mit dem Stigma zu tun, welches der Sexarbeit nach wie vor anhaftet, selbst in Deutschland, über zehn Jahre, nachdem das Prostitutionsgesetz hier in Kraft getreten ist.

Hier renne ich mir den Kopf ein und mache mich unbeliebt, weil ich die Tantramasseur*innen dazu auffordere, sich solidarisch zu erklären und der Sexarbeitsbewegung anzuschließen. Doch es gibt dort Berührungsängste, weil die Tantriker*innen sich nicht mit „gemeiner Prostitution“ in einem Atemzug genannt sehen wollen.

Das Ausmaß des Stigmas ist zudem von den anderen uns bekannten Achsen für Diskriminierung bestimmt: Gender, Ethnizität, Nationalität, Aufenthaltsstatus, Alter, Klasse, Vermögen, und Schönheit, um nur einige zu nennen.

People of colour mit deutschem Pass in einem Tantramassagestudio werden andere Diskriminierungserfahrungen machen als Weiße. Wiederum sehr andere Erfahrungen werden beide in einem Saunaclub kurz vor der tschechischen Grenze machen, und Personen ohne Aufenthaltsgenehmigungen werden an beiden Orten vielleicht nicht einmal viel Geld verdienen können, sondern ungeschützt im Untergrund arbeiten. Und alle wiederum machen andere Erfahrungen in Ländern, in denen sexuelle Dienstleistungen unter Strafe stehen.

Zudem: was ist eigentlich eine sexuelle Dienstleistung? Erfordert sie penetrativen Sex? Längst begreifen wir auch Menschen als Sexarbeiter*innen, die mit Webcam-Sex arbeiten, oder Pornodarsteller*innen, Striptänzer*innen oder erotische Masseur*innen sind. In meiner eigenen Arbeit spielt heterosexuelle Penetration eine untergeordnete Rolle. Dennoch fällt meine Arbeit unter das Prostitutionsgesetz und ich bezeichne mich selbst als Sexarbeiterin. Was ist mit den Menschen, die vor allem mit sexueller Energie arbeiten, tantrische Selbsterfahrungsgruppen leiten oder Sexualassistent*innen sind? Wir kennen also bereits gesellschaftlich anerkannte Berufsfelder, die mit Sexualität zu tun haben. Diese Menschen sind nach Annies Sicht auch Sexarbeiter*innen, und ich teile diese Sichtweise.

Welcher Sexualitätsbegriff liegt einer möglichen Definition zugrunde? Richten wir uns dabei nach den Definitionen der lokalen Gesetzgebung? Oder geht es darum anzuerkennen, dass an der Heftigkeit der Prostitutionsdebatte auch abzulesen ist, wie stark reaktionäre Kräfte darauf beharren, Kontrolle über sexuelle und reproduktive Praktiken zu behalten, und diese deshalb auch zu limitieren?

Wie können wir, wenn wir so verschieden sind, noch von „wir“ sprechen und wer ist dieses „wir“?

Die Erfahrung des Stigmas gegen Sexarbeit ist Grundlage unserer Sexarbeitsgemeinschaft. Ich glaube, wenn „wir“ uns als politische Bewegung begreifen, die gegen dieses Stigma agitiert, geht es darum, ein kritisches Bewusstsein darüber in unseren Gemeinschaften zu schaffen. Je mehr Menschen sich als „Hure“ identifizieren und outen, umso mehr wird deutlich, dass Sexarbeit in der Mitte unserer Gesellschaft stattfindet – nicht am Rand!

Sexarbeiter*innen und Kund*innen gehen zum Bäcker, ziehen Kinder auf, führen Beziehungen und zahlen Steuern. Sie haben Freunde, Liebhaber*innen, Geschwister und Eltern.

Es muss sichtbar werden, wie unterschiedlich „wir“ sind, und dass das Stigma einige noch härter trifft als andere, aus diversen Gründen. Aber vor allem, so denke ich, ist Solidarität das Gebot der Stunde.

Das Verhältnis von „Allies“ und Sexarbeiter*innen – Warum Solidarität mit Sexarbeiter*innen wichtig für alle ist

In den internen, nachfolgenden Diskussionen wurde die Frage aufgeworfen, wie das Verhältnis von sogenannten „Allies“ zu Sexarbeit-Aktivist*innen sei. Der Tonfall in einigen dieser Debatten ärgert mich wirklich.

Wenn wir als politische Bewegungen Dinge wie Rassismus, Sexismus, oder eben das Stigma, das der Sexarbeit anhaftet, nicht als gesamtgesellschaftliche Probleme begreifen, die über die betroffenen Individuen hinaus gehen, wird sich nie eine ausreichende politische Kraft sammeln können, die auch in die breite Gesellschaft hineinwirkt.  Marginalisierte Gruppen sind Randgruppen, aber das Problem, dass Diskriminierung, Ausgrenzung und Ungerechtigkeit in unseren Gemeinschaften besteht, betrifft alle.

Das zu erforschen, es zu bekämpfen, darüber zu schreiben, und es künstlerisch zu thematisieren, ist das Recht aller Menschen!

Zudem läuft jede Person, die sich öffentlich positiv und differenziert mit Sexarbeit befasst, selbst Gefahr, ausgegrenzt und in manchen Ländern sogar inhaftiert zu werden. Ich kann mit Journalist*innen eins oder uneins sein, ihnen inhaltlich widersprechen oder ihre Positionen in Frage stellen. Aber die Zurechtweisung und Spekulation über die Motive der sogenannten „Allies“ in den der Konferenz nachfolgenden Debatten empfinde ich als haarsträubend.

Es kann nicht sein, dass wir uns gegenseitig den Mund verbieten und die Legitimation aberkennen, zu sprechen. Das ist die gleiche Zensur, die so uns von außen droht. Es geht darum, hörbar und sichtbar zu sein, auch – und gerade – wenn wir Unterschiedliches zu sagen haben.

Natürlich entbehrt eine Forschung über Sexarbeit, die Sexarbeiter*innen nicht miteinbezieht, jeder Grundlage. Ebenso müßig ist es zu erwähnen, dass bei dieser Konferenz über die Darstellung von Sexarbeit in der Kunst und den Medien viele Sexarbeiter*innen eingeladen und anwesend waren.

Respektlose Angriffe gegen Carol Leigh, Annie Sprinkle und die Initiator*innen der Konferenz nützen nur den Gegner*innen der Sexarbeit. Ich rufe dazu auf, die Energie nicht daran zu verschwenden, die eigenen Reihen zu zerpflücken. Denn tatsächlich werden derzeit nicht nur im Deutschen Bundestag, sondern auch in vielen anderen Ländern Entscheidungen getroffen, die das Leben von Sexarbeiter*innen (und ihren Verbündeten) betreffen, ohne sie miteinzubeziehen.

Gerade in diesem Moment verlieren „Huren“ auch in Deutschland ihren Status als zivile Bürger*innen und sollen in Zukunft zwangsregistriert werden. DAS finde ich bedenklich, und dagegen sollte sich unsere kämpferische Energie richten.

Ich schließe mich deshalb Annie und Carol an und rufe auf: Whore solidarity worldwide!

Weitere Informationen:

Annie Sprinkles Bosom Ballett at Conference Fantasies that matter (Video) 

Fantasies that matter. Interview mit Margarita Tsomou (spiegel.de)

One Comment
  1. 28/08/2014 00:29

    Danke. Du sprichst mir aus der Seele.

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