Die Philippinen ratifizieren die Hausangestellten-Konvention. Werden es auch die USA tun? (crossposted)

„Support domestic workers“

Vor über einem Jahr stimmte die Internationale Arbeitsorganisation – IAO (International Labor Organization – ILO) der Verabschiedung des Übereinkommens 189 über menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte (C189) zu. Anfang diesen Monats haben die Philippinen als zweites Land das Übereinkommen ratifiziert, wodurch das Übereinkommen nun im Jahr 2013 rechtskräftig wird.

In den meisten Fällen sind Hausangestellte von nationalen Arbeitsgesetzen ausgeschlossen und haben daher weder die gleichen Rechte und noch den Schutz, die anderen Gruppen von Arbeitnehmer_innen gewährleistet werden. Aus diesem Grund werden Hausangestellte oft ausgebeutet, weil sie besonders langen Arbeitszeiten, unregelmäßiger Zahlung von Löhnen, Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit und körperlichen Misshandlungen ausgesetzt sind. C189 soll dieses Problem lösen, indem die Staaten, welche die Konvention ratifizieren, sich zu folgenden Punkten verpflichten:

  • Anwendung der gleichen Standards für Hausangestellte und anderen Arbeitnehmer_innen in Bezug auf Arbeitszeiten, Bezahlung von Überstunden und Ruhezeit oder Urlaubstage
  • Respekt der Rechte von Hausangestellten auf Tarifverhandlungen
  • Einführung von Maßnahmen, um Kinderarbeit in diesem Sektor abzuschaffen
  • Schutz von Hausangestellten vor Missbrauch, Belästigung und Gewalt
  • Gewährleistung fairer Arbeitsverträge und menschenwürdiger Arbeitsbedingungen für Hausangestellte Weiterlesen →

Fälle von Gewalt und Vergewaltigung von Prostituierten durch Polizei – Eine Auswahl

Die Vereinten Nationen (UN.GIFT) haben in einem Bericht Korruption unter Polizeibeamten als zentrales Element im „Menschenhandel“ identifiziert. Durch korrupte Polizisten werden Handlungen begünstigt, unterstützt oder ignoriert, die zu Menschenhandel führen.

Doch die Polizei spielt nicht nur eine Rolle im „Menschenhandel“ als organisierte Kriminalität. Oft nutzen Polizisten ihre Macht und die rechtliche Lage ihres Landes aus, um Sexarbeiter_innen und Migrant_innen zu misshandeln, vergewaltigen und erpressen. Einen Überblick über polizeiliche Gewalt gegen Sexarbeiter_innen liefert die US-Amerikanische Professorin Chi Mbako.

Laut dem Bericht der WHO-Weltgesundheitsorganisation „Violence against sex workers and HIV prevention“ wurden in Bangladesh über 50% der Sexarbeiter_innen durch Männer in Uniform vergewaltigt, in Namibia berichteten ca. 10% von sexuellen Übergriffen durch die Polizei und in Indien würden rund 70% der Prostituierten durch die Polizei geschlagen, während 80% ohne Grund verhaftet wurden. Die Ursache für die anhaltende Gewalt gegen Sexarbeiter_innen sieht die WHO in der anhaltenden Diskriminierung und im Stigma gegen Sexarbeiter_innen.

Violence is a manifestation of the stigma and discrimination experienced by sex workers. (World Health Organisation, S. 1)

Einige Fälle möchte ich hier auflisten – weitere Fälle können als Kommentar gepostet werden:

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Newsticker: Kinderarbeit

Der richtige Umgang mit Prostitution….

Prostitution ist in Deutschland weiter verbreitet, als mensch vielleicht vermuten könnte. Das Angebot von schätzungsweise 400.000 Prostituierten,  nehmen täglich bis zu 1,5 Mio. Menschen, zum Großteil Männer, in Anspruch. Die jährlichen Umsätze in diesem „Wirtschaftsbereich“ bewegen sich im zweistelligen Milliardenbereich. Die meisten der Prostituierten sind Frauen, rund 90%, 3% Transgender und 7% Männer. (1)

Die hier genannten Zahlen beruhen allerdings auf Schätzungen und Hochrechnungen repräsentativ befragter Personen. Amtliche Statistiken hierfür gibt es zurzeit nicht. Die rot-grüne Bundesregierung reagierte am 20.12.2001 mit dem sogenannten Prostitutionsgesetz auf diese Realität. (2) Das Gesetz wurde verabschiedet, um den Prostituierten eine gewisse Rechtssicherheit zu gewähren und somit indirekt die Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Damit wurde Prostitution in Deutschland als sozialversicherungs- und lohnsteuerpflichtige Dienstleistung anerkannt. Im Vergleich dazu wurde in Schweden 1999 der Kauf von sexuellen Dienstleistungen, nicht der Verkauf, verboten, was eine direkte Kriminalisierung von Zuhälter_innen (3) wie Freier_innen zur Folge hat, aber auch negativen Einfluss auf die Arbeitsbedingungen der Prostituierten hat. (4)

Diskussionen um den „richtigen“ Umgang mit Prostitution werden in den verschiedensten politischen Spektren mit unterschiedlichsten Perspektiven geführt. So sind auch in feministischen Diskussionen um den Umgang mit bzw. die Bewertung  von Prostitution verschiedenste Positionen zu finden.  (5/6)

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White Slavery – ein Begriff mit problematischen Implikationen

Filmtheater in den USA, im Jahr 1914

Viele Theaterstücke und Romane handelten von in die Prostitution gezwungenen jungen Weißen Frauen. Filmtheater in den USA, im Jahr 1914.

Immer wieder gibt es Geschichten über Frauen- und Mädchenhandel, wonach meistens Frauen aus dem Globalen Süden mit dem Versprechen, einen Arbeitsplatz zu bekommen, nach Europa gelockt und dort zur Prostitution gezwungen werden. Schon im 19. Jahrhundert gab es ähnliche Berichte über den „Mädchenhandel“, welcher im Englischen als „White Slavery“ bezeichnet wird – ein Begriff, der viele problematische Implikationen und Bedeutungen mit sich bringt.

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Die Sklavenbefreiung in Lateinamerika – Ein historischer Abriss

Bevor man sich mit der Sklavenbefreiung in Lateinamerika befasst, muss man sich zunächst die Ausgangssituation vor Augen führen, die sich deutlich von der Sklavenbefreiung in Nordamerika unterschied. Zum einen gab es schon um 1800 in Lateinamerika mehr freie „Schwarze“ und „Farbige“ als Sklaven und Sklavinnen, da diese in dort öfter in die Freiheit entlassen wurden, als im Norden. Da auch ihre Nachkommen frei waren, konnte sich eine bedeutende afrikanisch-stämmige freie Bevölkerungsgruppe bilden, der jedoch im ständischen System keinerlei Rechte zufielen. Zum anderen war die versklavte Bevölkerung sehr heterogen, da sie sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammensetzte: Neben den afrikanisch-stämmigen Sklaven und Sklavinnen wurden vor allem in Mexiko und im Andenraum hauptsächlich indigene Menschen versklavt beziehungsweise als Zwangsarbeiter_innen eingesetzt. Vor allem klimatische und geografische Gegebenheiten, wie Kälte und dünne Höhenluft, haben die Versklavung indigener Menschen gegenüber Afrikaner_innen begünstigt.

Die „weißen“ europäischen Eliten sahen sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer höherem sozialen Druck ausgesetzt. Eine außerordentliche Bevölkerungsdynamik in der afroamerikanischen, indigenen und kreolischen Bevölkerung, wobei vor allem letztere die alles entscheidende Rolle in der Befreiungsbewegung einnehmen sollte, zeichnete sich ab. Die „Mutterländer“ versuchten zunächst mit absolutistischen Reformprojekten die Kolonien wieder einer stärkeren Kontrolle unterwerfen. Doch mit dem Zusammenbruch der spanischen Monarchie 1808 und der Flucht des portugiesischen Hofes nach Brasilien ergaben sich neue Ausgangspositionen. In Brasilien wurde die Legitimation der Herrschaft zunächst noch nicht so sehr in Frage gestellt, wie in Spanisch-Amerika. Dort hatte es schon zum Ende des 18. Jahrhunderts immer wieder Rebellionen Indigener und afroamerikanischer Sklaven und Sklavinnen gegen die spanische Herrschaft gegeben, doch wurden diese immer brutal niedergeschlagen.

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Menschenhandel heute

„Deutschland ist Ursprungs-, Transit- und Zielland für Frauen, Männer und Kinder, die Opfer von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und der Ausbeutung der Arbeitskraft werden.“ Dies berichtet der Trafficking in Persons oder TIP-Report 2011 (Länderbericht zum Menschenhandel 2011) über die Bundesrepublik Deutschland. Seit einigen Jahren wird auch in der Presse zunehmend über Fälle von Menschenhandel berichtet.

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